„Liebe, Freundschaft, Sexualität“ – Fortbildung für die Menschen mit Assistenzbedarf in der Siedlung Bühel
Am 1.7.2025 und am 15.7.2025 hat ein kleines Seminar mit je einer Gruppe von Menschen mit Assistenzbedarf im Haus Monika stattgefunden.
Zum Einstieg haben wir uns mit dem Thema „Nähe und Distanz“ beschäftigt und mit Sozialübungen versucht zu erspüren, wo unsere Grenzen sind und wo Nähe zu anderen akzeptierbar ist.

Gemeinsam haben wir überlegt, was Grenzverletzungen sind. Wir haben ausprobiert, wann die eigene Grenze erreicht ist. Dabei sind wir so lange aufeinander zugegangen, bis jemand Stopp sagte.
Die Übung „Pizza backen“ und Übungen mit Massagebällen haben uns gezeigt, wie und von wem wir Berührung als angenehm oder unangenehm wahrnehmen.
Nach einer kurzen Pause haben wir uns dann unseren Gefühlen gewidmet. Mit Figurentheater und von Bildmaterial unterstützt versuchten wir, die abgebildeten und dargestellten Gefühle zu erkennen.

Dabei gab es viel zu lachen, da wir zur Unterstützung ein paar Wutschweine hatten, die uns auch am Nachmittag dabei geholfen haben, unsere Wut über so manche Ungerechtigkeit im Leben zu äußern bzw. zu verarbeiten. Zudem hat sich jeder Teilnehmer ein kleines Spiegelkästchen gebastelt mit u.a. der Aufschrift: „Hier siehst du das Beste auf der Welt“.
Nach dem Mittagessen stand das Thema Freundschaft und Liebe im Mittelpunkt unserer Arbeit. Als unterstützende Sozialübung haben wir uns gegenseitig blind führen lassen (Freundschaft bedeutet, sich aufeinander verlassen können).
Mit Hilfe von Bildkarten haben wir uns dem Thema Beziehungskette angenähert und besprochen, wann z.B. ein Kuss in Ordnung ist, was vor dem Sex alles wichtig ist, insbesondere dass alles nur dann erlaubt ist, wenn der Partner es auch will. Sonst ist es als Übergriff zu betrachten und verboten. Dadurch wurde auch das Thema sexualisierte Gewalt angesprochen. Dieses Thema war für manche dann so aufregend, dass die Schweinchen und Ähnliches zur Unterstützung dabei sein mussten (siehe Foto).
Zum Abschluss des Tages durften alle Teilnehmer gemeinsam ein Plakat zu den Inhalten des Tages gestalten.
Monika Fischer-Langenbein




